In meinen letzten Wochen hier in Ecuador kamen noch total viele neue Erfahrungen hinzu. So verbrachte ich mein erstes Weihnachten ohne meine Familie und völlig anders bei 25 Grad und Sonnenschein 10000km entfernt vom Gewohnten.
Zunächst einmal gab es in meinem Projekt eine große Weihnachtsfeier. Alle Kinder kamen verkleidet oder in atemberaubenden und zauberhaften Kleidern.Nach einem Weihnachtsumzug, angeführt von Maria, Joseph und Jesus natürlich, bekam dann jedes Kind ein kleines Geschenk überreicht.
Diese Geschenke wurden von dem Geld finanziert, das durch den Verkauf von Plastikflaschen erzielt wurde. Flaschen, die zum einen aus jeder Familie eingesammelt aber auch von Fremden und Unterstützern gespendet wurden. Auch von der Stadt Quito bekamen die Kleinen eine Tüte mit Süßigkeiten und Keksen. Während die Kleineren noch überhaupt nicht verstanden haben, was vor sich ging, konnte man bei den Größeren schon die Freude und Begeisterung miterleben.
Nachmittags veranstalteten wir dann eine kleinere Feier im Kreise aller Mitarbeiter.
Nachdem ich morgens arbeiten musste, verbrachte ich den Rest des Heiligabends mit meiner ecuadorianischen Gastfamilie.
Die Feiertage verbrachte ich entweder mit der Familie oder Freunden. Für mich war es extrem seltsam und komisch, mein erstes Weihnachten ohne Kälte und meiner Familie in Deutschland zu feiern. Es war zwar eine unglaubliche und neue Erfahrung, dennoch finde ich persönlich Weihnachten in Deutschland besser. Bei frühlingshaften Temperaturen und Plastikweihnachtsbäumen kommt einfach beim besten Willen keine richtige Stimmung auf.
Zum Abschluss planten wir nochmal einen Tagesausflug nach Mindo, einem kleinen, scheinbar schönen Städtchen. Leider erwischten wir den Bus aber nicht rechtzeitig und so fuhren wir stattdessen noch einmal zum Äquator. Diesmal besuchten wir allerdings den Richtigen, das letzte Mal als ich dort war, gingen wir nämlich zur geographisch falschen 'Mitad del Mundo'.
Diese Woche hatte ich dann meine letzten drei Arbeitstage im SOS. Mit dem Ende des Jahres beendete ich also auch gleichzeitig meine Arbeit in meinem Projekt in Quito, indem ich nun für vier Monate gearbeitet habe. Der Abschied fiel mir total schwer, habe ich meine Arbeit dort doch in vollen Zügen genossen. Mein allerletzter Tag war noch einmal wunderschön.
Da es Silvester war, verkleideten sich alle Mitarbeiter, die Kleinen wurden geschminkt und es gab eine Fiesta.
Unter anderem gab es einen Wettbewerb innerhalb der verschiedenen Gruppen. Hierbei bastelten alle Puppen aus Kleidung und Zeitung. Die Schönste gewann- wie nicht anders zu erwarten selbstverständlich die aus meinem Team.
Danach wurden diese Puppen verbrannt, eine der vielen alten ecuadorianischen Traditionen, zu denen ich aber gleich noch mehr erzählen werde.
Nachdem die Kinder dann ins Bett gebracht wurden (der verhasste Mittagsschlaf) gab es eine kleine Abschiedsfeier für mich. Alle Mitarbeiter kamen nochmal und so konnte ich mich von jedem verabschieden, auch wenn ich eigentlich nicht wollte. Werde meine Freunde dort, die Kinder und alles schrecklich vermissen.
Abends gab es zunächst eine Silvesterparty bei uns daheim. Schon früh begannen wir mit den alten Silvestertraditionen. Neben dem Verbrennen der Puppe gibt es auch die Tradition, dass sich Männer als Frauen verkleiden und auf den Straßen die vorbeifahrenden Autos, sowie Fußgänger antanzen. In den meisten Fällen erhalten Sie dafür Kleingeld. Nunja, wir haben einfach mal mitgemacht.
Nach dem Abendessen war es nicht mehr lange bis Mitternacht und jeder bekam seine zwölf Weintrauben. Diese müssen in der letzten Minute des Jahres gegessen werden.
Um Mitternacht gab's wie gewohnt Sekt und danach gingen wieder alle nach draußen, um auch hier eine Puppe zu verbrennen. Währenddessen ist es Brauch, über das Feuer zu springen. Das soll bewirken, dass das kommende Jahr gut wird. Natürlich bin ich gesprungen. :)
Und dann gibt es hier noch unzählige Brauche mehr. Zum Beispiel tragen die Ecuadorianer in dieser Nacht immer gelbe oder rote Unterwäsche, für die Liebe. Und ziemlich viele schnappen sich um Mitternacht einen Koffer und rennen mit diesem ums Haus, für das Reisen. Das Feuerwerk um null Uhr kommt da ein bisschen ins Vergessen.
Nach dem kulturellen Silvester, kam dann der westliche Teil: feiern mit den Freunden.
Mit dem Ende des Jahres ist nun also auch beinahe meine Zeit in Ecuador beendet. In 2 Tagen geht es für mich weiter nach Costa Rica.
Ich wünsche allen ein wunderbares Jahr 2015 und dass sich alle Wünsche und Vorsätze erfüllen. Alles Liebe aus Ecuador!

































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