Freitag, 19. Dezember 2014

¡Qué viva Quito!

¡Feliz navidad, mis queridos!

Danke fürs Foto, Paul (:

Nach langer langer Zeit melde ich mich endlich mal wieder mit ein paar News. Die letzten Wochen habe ich es ein wenig ruhiger angehen lassen und die meiste Zeit hier in Quito verbracht. Grund dafür war zum einen der Abschied von zwei weiteren sehr guten Freundinnen, Aline und Romy, einige Geburtstage, sowie die Fiestas de Quito und die Tatsache, dass auch mir nur noch wenige Tage hier in Ecuador bleiben und ich deshalb die restliche Zeit mit meinen neu gewonnenen ecuadorianischen Freunden verbringen möchte.




Nach wie vor arbeite ich jede Woche von Montag bis Freitag im SOS Kinderdorf und der Umstand, dass es ab heute vermutlich nur noch sechs Arbeitstage sind, stimmt mich sehr traurig. Ich habe in dem Projekt einfach alle total lieb gewonnen und in mein Herz geschlossen. Jeden Tag werde ich mit fröhlichen Kinderstimmen, Umarmungen und Knutschern begrüßt, die mich mit einem Gefühl von unendlicher Freude und Zufriedenheit erfüllen: die Kinder sind einfach unglaublich niedlich und süß und zeigen mir so oft, dass meine Arbeit im Projekt nicht umsonst ist. Allein das ist mir die Mühe wert, für mich ist das der größte Lohn.





Wer kann schon von sich behaupten, dass die Puppe eines kleinen zweijährigen ecuadorianischen Mädchens nach ihm benannt wurde?
Ich habe aber nicht nur die Kinder, sondern auch die Mitarbeiter sehr gern und kann einige sogar mittlerweile als richtige Freunde bezeichnen, die sich um mich sorgen, mir zuhören und beistehen und immer für mich da sind. Vor allem meine beiden Kolleginnen Micxi und Paulina sind wunderbare Menschen, die mich von Anfang an mit offenen Armen empfangen und gerne aufgenommen haben. Nie werde ich die tolle Zeit mit den beiden vergessen, das steht fest!

Ende November startete dann das Projekt Adventskalender. Da es hier etwas dergleichen nicht gibt, habe ich beschlossen mit meiner Gruppe einen Kalender zu basteln und drei Tage später war er dann nach vielen Überstunden auch endlich fertig. Das Resultat ist meiner Meinung nach trotz weniger Materialien beachtlich und ich bin total stolz auf unsere Arbeit!






Jeden Tag bekommt eines der Kinder nun ein kleines Geschenk mit nach Hause. :) Und meine Mitarbeiterinnen sind so sehr von der Idee begeistert gewesen, dass sie das Ganze nächstes Jahr erneut machen möchten. Ich freue mich total! :)

Vergangenen Dienstag war ich dann Teil eines ecuadorianischen Weihnachtsbrauchs. Wie alle lateinamerikanischen Länder, ist Ecuador sehr konservativ und katholisch. Neun Tage vor Weihnachten beginnt in vielen Familien, so auch in meiner, die Novena. Jeden Abend geht man in das Haus einer anderen Familie, betet, singt, liest aus der Bibel vor und unterhält sich auch über aktuellere Dinge; Danach folgt dann  ein gemeinsames Essen mit allen Anwesenden. Für mich war das eine besondere Erfahrung, Teil dieses so persönlichen Ereignisses zu sein. 30 Menschen auf engstem Raum, viele weinen aus Dankbarkeit und Liebe zu Gott, und alles ist total emotional und freundschaftlich. Auf die Dauer wäre das nichts für mich, dennoch war es ein beeindruckendes Erlebnis.

Zum Schluss noch etwas zu den Fiestas de Quito, die vom dritten bis sechsten Dezember stattgefunden haben. Die Fiestas de Quito sind eigentlich eine mehrtägige riesige Party, während der die Bewohner der Stadt ausgelassen feiern, tanzen und natürlich auch trinken. Hintergrund des Spektakels ist die Gründung der Hauptstadt.



Typisch ecuadorianischer Partybus

Hierbei wird an jeder Ecke das ecuadorianisch ähnliche Glühwein-Getränk Canelazo ausgegeben und alle Häuser mit den Farben Blau/Rot geschmückt.


Überall kann man begeisterte Rufe vernehmen, die einmal "¡Qué viva Quito!" (Es lebe Quito!) oder "¡Qué chupe Quito!" (Es trinke Quito!) verkünden. Doch es wird nicht nur getrunken und gefeiert, die Fiestas de Quito bieten auch eine Menge Events, wie zum Beispiel Konzerte, Umzüge, Benefizveranstaltungen und vieles mehr. Der krasseste Eindruck war für mich eindeutig der Poloniaso Freitag abends.

Poloniazo
Hierzu fahren alle Jugendiche und junge Erwachsene zum selben Platz, stellen ihre Autos ab, hören Musik und bilden somit eine Partymeile von mehreren hundert Metern. Tausende Menschen auf einem Fleck, die alle nur am Feiern waren und so die Liebe und den Stolz zu ihrer Stadt zeigten. Ein gewaltiges Schauspiel.


In zwei Wochen geht es weiter nach Costa Rica, ich kann es kaum glauben, dass meine Tage hier schon so gezählt sind.
Ich wünsche euch allen ein wunderbares Weihnachtsfest und werde mich danach nochmal melden, bevor es dann Sonne, Strand und Meer für vier Monate heißt. :)
Un abrazo fuerte y un besito a todos. ¡Qué chupen!

PS. Es stimmt, in Lateinamerika nimmt man zu! ;)



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