Montag, 22. September 2014

Tocando el cielo y estando destrozado

Nach einer ruhigen Woche mit mehreren Abschieden (einmal machten sich die Österreicher auf die Weiterreise; zweitens verabschiedete sich unser kolumbianischer Kinderarzt Larry nach Deutschland, um dort drei Jahre zu leben; drittens löste sich meine Liebe zu Hunden in Luft aus, nachdem mich der Haushund grundlos anspringen und seine süßen, kleinen aber tierisch spitzen Beißerchen in meinen Oberschenkel vergraben musste), konnte ich am Wochenende dann leider nur an mein Bett gefesselt daheim bleiben: die kulturelle, essens- und höhenbedingte Umstellung machte sich bemerkbar- dachte ich jedenfalls. Nachdem es mir nach einigen Tagen immer noch nicht wieder hundertprozentig gut ging, besuchte ich dann doch einen Arzt. Der prognostizierte "parasitos" und verschrieb mir auch gleich ein paar Medikamente. Heute geht's mir wieder super, ob er mit seiner Prognose Recht hatte, bleibt allerdings dennoch abzuwarten.

Am Wochenende konnte ich dann schon wieder voll durchstarten. Nachdem wir Freitag Abend feiern waren, wurde Samstag zunächst ausgeschlafen. Haben wohl die richtigen Beziehungen und Kontakte spielen lassen, jedenfalls fanden wir uns nach einer Hausparty in einem der reichsten Viertel Ecuadors in einem noblen Club als VIP-Gäste wieder, Eintritt ging aufs Haus.

Mittags machten wir (Dominik, Sahra, ich) uns dann auf, wollten Quito von oben anschauen und die Sicht auf die Stadt genießen. Leider wussten wir nicht so recht wohin, und letztendlich kamen wir dann am Rande eines der unzähligen Armenviertels hier in Quito raus. Naja, was soll ich sagen, so einheimisch, dass wir dort nicht aufgefallen wären, sind wir trotz mehrerer Wochen in Quito dann doch noch nicht.






Aus dem Grund gingen wir ziemlich schnell wieder in Richtung Mariscal zurück, dem Viertel in dem wir leben. Der Aufenthalt im ärmeren Süden Quitos, ohne Plan und Ahnung bereitete uns dann doch ein wenig Unbehagen.

Heute verließen wir früh das Haus, Sahra und ich hatten uns große Ziele für den Tag gesetzt. Mit dem Teleferico, einer Seilbahn, fuhren wir auf den Pichincha.


Sahra du geile Sau! <3

Von dort aus konnte man über einen Großteil Quitos blicken, war uns jedoch nicht genug und so wanderten und kletterten wir hinauf zur Spitze auf 4696m Höhe. Drei Stunden später zogen wir uns die letzte Felswand hinauf (Aufstieg war doch steiler als gedacht) und erreichten endlich den Gipfel.








N + S - wir waren da!
Hier folgte auch gleich eine Überraschung: es begann zu schneien! Wären wir von der Tour nur nicht so kaputt gewesen, hätten wir bestimmt 'Es schneit, es schneit' gesungen, so freuten wir uns eben ein wenig verhaltener über den Wetterumschwung. Als sich dann die Wolken endlich verzogen, verschlug es uns die Sprache, Quito zu unseren Füßen, wir tocando el cielo, über der Wolkendecke, Stadt soweit das Auge reichte. Trotz des bewältigenden Gefühls und vor allem der Euphorie über den geglückten Aufstieg mussten wir uns dann wieder an den Abstieg machen, der dann zum Glück schneller verlief.



Den Gipfel ließen wir hinter uns, dank des aufkommenden Nebels war er auch bald nur noch zu erahnen.



Unten im Tal wurden wir vom tpischen Winterwetter Ecuadors begrüßt- Regen und Gewitter. Und daheim bekam ich die herzhafteste Begrüßung, die man sich nur vorstellen kann: einen zweiten Biss von dem eigentlich gaanz braven Hund, der nur dann ausrastet, wenn man sich wie ein Dieb oder Einbrecher benimmt (Danke Sahra, dass du mich durchs Haus gejagt hast, eres culpable.), oh und wenn man sich eben störend verhält, durch Atmen zum Beispiel.

Dienstag, 9. September 2014

Sahrita und Ninjita

3 Wochen in Quito sind rum und ich kann es kaum glauben wie schnell die Zeit hier verfliegt.
Vorletzten Freitag hatte ich das letzte mal Spanisch in der Sprachschule, die gesamte letzte Woche verbrachte ich dann endlich im SOS Kinderdorf, meinem Projekt. :) Ich unterstütze dort Micxi und Paulina, die eine Gruppe von 22 Kindern im Alter von 24 bis 30 Monaten haben. Obwohl ich ursprünglich mit einer etwas älteren Gruppe gerechnet hatte, sind die Kleinen zuckersüß und mir in der kurzen Zeit schon total ins Herz gewachsen.
Mein Tag fängt allerdings schon um 06.00Uhr an, da ich eine Stunde in den Süden zum Projekt fahren muss. Hier beginnt jeden Tag aufs Neue ein Kampf ums Überleben, kaum in den Bus eingestiegen, heißt es Wettrennen zur nächsten Haltestelle, und wenn fünf Busfahrer gegen 20 Taxis um die Kurve konkurrieren, kann's schon mal brenzlig werden. Ist aber bisher immer gut gegangen und arbeiten muss ich dann von 08.00 Uhr bis 12.00Uhr, wobei ich meistens bis 13.00Uhr bleibe, da die Kinder um diese Zeit ihren Mittagsschlaf machen. Vorteil des frühen Aufstehens ist, dass ich den ganzen Nachmittag Zeit für Entdeckungen und vieles mehr habe. :)

Die Wochenenden über haben wir immer ausreichend Zeit zum Reisen. So fuhren wir unteranderem zum Puluahulu-Vulkan, von dessen Spitze man einen gewaltigen Ausblick in den Krater hat.



Sahra, mit der ich mir ein Zimmer in der Gastfamilie teil, und ich entschieden uns spontan zum Abstieg- trotz perfekter Schuhauswahl.

Sahrita


600 Höhenmeter weiter unten betrachteten wir den Krater aus der Nähe. In der Annahme, dass unsere Mitreisenden schon längst Richtung Äquator aufgebrochen waren, suchten wir eine Mitfahrgelegenheit. Es war heiß und weder Sahra noch ich hatten Lust den Berg wieder hochzuklettern. Mussten wir allerdings doch, in dem Tal gab es leider weit und breit keine Menschenseele und oben warteten dann doch die anderen Mädels, voller Sorge, wir seien mit unseren Extrem-Wanderschuhen umgeknickt.

Danach gingen wir gemeinsam zur Mitad del Mundo.

Mitad del Mundo


Das vergangene Wochenende starteten Sahra und ich dann etwas zu zweit. Wir fuhren zunächst nach Otavalo auf den Markt und von dort aus weiter zum Lago Cuicocha, ebenfalls ein Krater. Mit zwei ecuadorianischen Studenten, die uns begleiteten, ging's dann auf den Vulkan rauf, um eine bessere Aussicht zu haben.

Fahrt zum Vulkan

Lago Cuicocha



Dort trafen wir dann zwei Wiener, mit denen wir zurück nach Quito fuhren und die wir dort auch am folgenden Tag trafen, um die Stadt noch besser kennen zu lernen.

Der Post heißt aus dem Grund Sahrita und Ninjita, da sich meine liebe Zimmerpartnerin beschwert hat, dass noch nie etwas über sie berichtet wurde, obwohl wir jetzt beinahe schon drei Wochen zusammen wohnen und sie meine liebste Person hier ist, mit der ich mich über alles unterhalten kann. :) Danke! Wirst mir fehlen, wenn du schon in drei Wochen nach Galapagos abhaust! <3

Sahrita und Ninjita