In diesen zehn Wochen habe ich Dinge erlebt, von denen ich noch später in hundert Jahren meinen Ururenkeln erzählen werde, aber auch Erfahrungen gemacht, die ich niemandem wünsche und auch selbst nicht wieder erleben möchte. Zu diesen Dingen zählen unteranderem auch die vielen Menschen, die ich bisher schon kennen lernen durfte, hauptsächlich Personen, die ich nun meine Freunde nenne und deren Bekanntschaft ich nicht mehr missen möchte, Menschen, aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt, die meine Einstellung und meine Auffassung bezüglicher verschiedenster Dinge geprägt und auch beeinflusst haben. Natürlich gibt es da auch die ein oder anderen Wegbegleiter, bei denen ich froh bin, dass es nur eine Bekanntschaft auf begrenzte Zeit ist, aber nicht alle Menschen sind gleich und auch das Aufeinandertreffen mit diesen Personen hat mich in vielen Punkten bestätigt und weitergebracht. So weiß ich zum Beispiel, dass ich später auf keinen Fall Nonne werden möchte. ;) Dennoch bin ich so, so sehr dankbar für die wunderbaren Momente, die ich mit den wundervollsten Personen erleben durfte! Das größte Danke geht hierbei vor allem an Sahra, Aline und Romy. Ihr seid mir so sehr ans Herz gewachsen, ich hoffe, wir halten unseren Pakt nach der legendären Kong-Nacht geschlossenen Pakt ein. <3
Ja ich habe viel erlebt und würde alles jederzeit noch einmal anschauen, erklettern, essen, trinken, probieren, und und und.
Ecuador ist auch nach zehn Wochen ein völlig anderes Land und überrascht mich immer wieder aufs Neue. Ecuador ist anders, sehr anders als Deutschland, obwohl es auf den ersten Blick eventuell europäischer wirkt als es auf den Zweiten dann doch tatsächlich ist. So ist die Mentalität der Ecuadorianer total verschieden, auch wenn dieses "die Lateinamerikaner sind alle total offen und gehen auf neue Gesichter zu" sich eher als Vorurteil erwiesen hat. Es stimmt zwar, dass es viele hilfsbereite, liebe Leute gibt, es existiert jedoch auch eine große Skepsis und anfängliche Distanz. Die Ecuadorianerinnen sparen etwas mit ihrer Offenheit und geben einem eher ein etwas anderes Gefühl. Die Ecuadorianer jedoch sind diesbezüglich das genaue Gegenteil, mehr Offensive geht kaum. Heiratsanträge, Liebesgeständnisse, und fragwürdige Angebote gehören hier echt zum Alltag einer 'gringa' und man lernt erst mit der Zeit, wem man trauen kann und wem man nicht besonders Beachtung schenken sollte.
Dennoch hab ich mich vor kurzem im Bus neben einer alten Einheimischen wiedergefunden, die mir sofort anbot mir die Hand zu lesen, hab ich natürlich auch dankend angenommen und siehe da, sie hatte sogar Recht.
Trotzdem, es gibt einige Verhaltensweisen und Bräuche, die den ein oder anderen eventuell genauso stutzig machen würden, wie es bei mir der Fall war. Eine deutsche Einwanderin, die wir am Strand getroffen haben, hat das Ganze mal meiner Meinung nach perfekt auf den Punkt gebracht: "Die Ecuadorianer leben im 21 Jahrhundert, sind von ihrer Mentalität jedoch noch 150 Jahre zurück." Nun ja, 150 Jahre sind vielleicht übertrieben, aber wer beim Einkaufen jede einzelne Ware in eine separate Tüte einpacken muss, der macht meiner Meinung einen Schritt weg von Umweltschutz.
Ecuador riecht sogar anders. Nach Abgasen (Taxis, Taxis, Taxis und vieele Busse), anderem Essen, ein bisschen Marihuana, und eben Ecuador.
Und letztendlich ist Ecuador, vor allem jedoch Quito auch nicht ungefährlich. Mir ist noch nichts passiert, auch wenn ich nicht unbedingt der vorsichtigste Mensch hier bin und auch ab und zu das ein oder andere Risiko eingehe. In den vergangenen Monaten habe ich jedoch viele Überfälle und Diebstähle mitbekommen.
Im Moment ist hier in Quito Regenzeit. In Ecuador gibt es ja keine vier Jahreszeiten, sondern nur zwei. (Sommer: Trockenzeit, Winter: Regenzeit) Regenzeit bedeutet wie schon einmal erwähnt morgens Sonne, mittags Regen und Gewitter und damit verbunden auch mal den ein oder anderen Stromausfall. Abends ist es dann wieder trocken. Für mich ist es immer noch ein Rätsel, was die Einwohner in den zwei bis drei Stunden machen, in denen ganze Sturzbäche aus den Wolken kommen. Vor die Tür gehen ist jedenfalls unvorstellbar.
Aus genau diesem Grund war der Strandbesuch vor wenigen Wochen etwas noch Schöneres als er es eh schon wäre. Freitags war Feiertag und dann sind wir Donnerstag Mittag direkt nach unserer jeweiligen Arbeit mit dem Bus nach Atacames zum Strand und haben dort drei wunderbare Tage verbracht. Abends angekommen ging es sofort die 100m vom Hostel zur Promenade und wir ließen den langen Tag entspannt bei Meeresrauschen und Wärme (Nicht wie in Quito, wo es abends richtig kalt ist) ausklingen. Die folgenden beiden Tage lagen wir nur faul am Strand. Sonnen, baden, Batidos trinken, erholen- es gibt nichts Besseres für ein verlängertes Wochenende.
Nicht mal der schlimmste Sonnenbrand meines Lebens konnte mir diese Stimmung vermiesen. Und: endlich habe ich mal wieder einen Sonnenuntergang gesehen! In den Bergen ist dieses Erlebnis nämlich blöderweise ein bisschen seltener. Leider ging es am Sonntag dann jedoch wieder zurück.
Unter der Woche gehe ich also einer wunderbaren Arbeit mit tollen Mitarbeitern und Kindern nach. Ich liebe die Atmosphäre im SOS Kinderdorf und habe auch wirklich das Gefühl, etwas bewirken und die Kinder glücklich machen zu können.
Am Wochenende hingegen wird immer etwas unternommen- oder auch mal ausgeruht, das ist auch von der jeweiligen davor stattfindenden Nacht und dem derzeitigen Gesundheitszustand abhängig.
Halloween jedenfalls traf man hier kaum auf Normalsterbliche. Wir haben uns dem angeschlossen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich meine Zeit hier liebe und in vollen Zügen genieße.
Ecuador.
Ama la vida.
Trotzdem, es gibt einige Verhaltensweisen und Bräuche, die den ein oder anderen eventuell genauso stutzig machen würden, wie es bei mir der Fall war. Eine deutsche Einwanderin, die wir am Strand getroffen haben, hat das Ganze mal meiner Meinung nach perfekt auf den Punkt gebracht: "Die Ecuadorianer leben im 21 Jahrhundert, sind von ihrer Mentalität jedoch noch 150 Jahre zurück." Nun ja, 150 Jahre sind vielleicht übertrieben, aber wer beim Einkaufen jede einzelne Ware in eine separate Tüte einpacken muss, der macht meiner Meinung einen Schritt weg von Umweltschutz.
Ecuador riecht sogar anders. Nach Abgasen (Taxis, Taxis, Taxis und vieele Busse), anderem Essen, ein bisschen Marihuana, und eben Ecuador.
Und letztendlich ist Ecuador, vor allem jedoch Quito auch nicht ungefährlich. Mir ist noch nichts passiert, auch wenn ich nicht unbedingt der vorsichtigste Mensch hier bin und auch ab und zu das ein oder andere Risiko eingehe. In den vergangenen Monaten habe ich jedoch viele Überfälle und Diebstähle mitbekommen.
Im Moment ist hier in Quito Regenzeit. In Ecuador gibt es ja keine vier Jahreszeiten, sondern nur zwei. (Sommer: Trockenzeit, Winter: Regenzeit) Regenzeit bedeutet wie schon einmal erwähnt morgens Sonne, mittags Regen und Gewitter und damit verbunden auch mal den ein oder anderen Stromausfall. Abends ist es dann wieder trocken. Für mich ist es immer noch ein Rätsel, was die Einwohner in den zwei bis drei Stunden machen, in denen ganze Sturzbäche aus den Wolken kommen. Vor die Tür gehen ist jedenfalls unvorstellbar.
Aus genau diesem Grund war der Strandbesuch vor wenigen Wochen etwas noch Schöneres als er es eh schon wäre. Freitags war Feiertag und dann sind wir Donnerstag Mittag direkt nach unserer jeweiligen Arbeit mit dem Bus nach Atacames zum Strand und haben dort drei wunderbare Tage verbracht. Abends angekommen ging es sofort die 100m vom Hostel zur Promenade und wir ließen den langen Tag entspannt bei Meeresrauschen und Wärme (Nicht wie in Quito, wo es abends richtig kalt ist) ausklingen. Die folgenden beiden Tage lagen wir nur faul am Strand. Sonnen, baden, Batidos trinken, erholen- es gibt nichts Besseres für ein verlängertes Wochenende.
Unter der Woche gehe ich also einer wunderbaren Arbeit mit tollen Mitarbeitern und Kindern nach. Ich liebe die Atmosphäre im SOS Kinderdorf und habe auch wirklich das Gefühl, etwas bewirken und die Kinder glücklich machen zu können.
Halloween jedenfalls traf man hier kaum auf Normalsterbliche. Wir haben uns dem angeschlossen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich meine Zeit hier liebe und in vollen Zügen genieße.
Ecuador.
Ama la vida.




















1 Kommentar:
120Wirklich guter Schreibstil, gefaellt mir ;)
LG
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